UMGANG MIT SCHULVERWEIGERUNG


RECHTLICHE GRUNDLAGEN
... Runderlass des MK vom 14.01.2015 24-83107 - Umgang mit Schulverweigerung
... dazu Anlage 1, Anlage 2, Anlage 3 und Anlage 4
... Bestimmungen zur Schulpflicht (§ 40 Schulgesetz des Landes Sachsen-Anhalt SchulG LSA),





BEGRIFFSKLÄRUNG
Schulverweigerung ... wiederkehrendes oder länger anhaltendes und in der Regel unentschuldigtes Fernbleiben vom Unterricht Auch gelegentliches Fernbleiben vom Unterricht kann eine Form von Schulverweigerung darstellen.
GRUNDSÄTZE
Die Schule ist gehalten, der Schulverweigerung in erster Linie mit pädagogischen und erzieherischen Mitteln zu begegnen. Bei unentschuldigten Unterrichtsversäumnissen ist die Schule verpflichtet, die nachfolgende Handlungsanleitung sinnvoll anzuwenden. Die eingeleiteten Maßnahmen sind nachweispflichtig.




VERFAHRENSWEISE
(1)
Alle Sorgeberechtigten sind zu Beginn des Schulbesuchs ihrer Kinder (Einschulung, Schulwechsel) über die Bestimmungen zur Schulpflicht (§ 40 SchulG LSA), ihre Verantwortung und Konsequenzen zu informiert. Die Sorgeberechtigten bestätigen die Kenntnisnahme durch ihre Unterschrift.
(2)
Alle Lehrkräfte kontrollieren zu Beginn jeder Unterrichtsstunde die Anwesenheit. Für Fehlzeiten besteht eine Nachweispflicht im Klassenbuch.
(3)
Soweit die Sorgeberechtigten nicht bereits selbst die Abwesenheit begründet haben, sind diese schon bei der ersten ungeklärten Abwesenheit zu informieren und die Gründe zu klären. Gegebenenfalls ist ein Beratungstermin anzubieten.
(4)
Setzt sich das unentschuldigte Fehlen weiter fort, ist innerhalb einer Woche erneut der persönliche Kontakt zu den Sorgeberechtigten zu suchen. Kommt dieser nicht zustande, wird den Sorgeberechtigten umgehend eine zweite schriftliche Mitteilung mit dem Angebot übersandt, sich innerhalb einer festgelegten Frist den Klassenleitern in Verbindung zu setzen. Gleichzeitig wird darauf hingewiesen, dass unentschuldigtes Fernbleiben als Ordnungswidrigkeit behandelt wird.
(5)
Haben die Sorgeberechtigten innerhalb der gesetzten Frist keinen Kontakt zur Schule aufgenommen und besteht fortgesetzt oder wiederholt der Zustand des Fernbleibens, erfolgt die weitere pädagogische Lösungssuche gemeinsam mit dem öffentlichen Träger der Kinder- und Jugendhilfe. Dazu kann die Schule geeignete Stellen und Behörden, wie den schulpsychologischen Dienst des Landesschulamtes, das Gesundheitsamt, das Sozialamt oder freie Träger der Kinder- und Jugendhilfe einbinden. Die Schule informiert das Landesschulamt über die Einrichtung der Beratungsgruppe. Die Fallbearbeitung erfolgt unter Beachtung der datenschutzrechtlichen Bestimmungen
(6)
Entsprechend dem sich abzeichnenden Entwicklungsverlauf muss durch die Schule unter anderem die kurzfristige Rückkehr in eine Regelschulklasse oder die Vermittlung in ein alternatives Beschulungsangebot vorbereitet werden.
(7)
Sind alle pädagogischen Mittel ausgeschöpft und wird der regelmäßige Schulbesuch nicht erreicht, erfolgt durch die Schulleiterin oder den Schulleiter die förmliche Meldung der Schulpflichtverletzung an die kreisfreie Stadt oder den Landkreis. Eine Kopie des Schreibens ist an das Landesschulamt zu senden. Die Sorgeberechtigten werden in einem gesonderten Schreiben informiert.




FORMBLÄTTER DER SCHULE
zu (1)
... Elterinformation zur Einschulung in Klasse 5 oder nach Schulwechsel mit Kenntnisnahme
zu
(3) ... Information über unentschuldigtes Fernbleiben vom Unterricht
zu (4) ... Information über wiederholtes oder fortdauerndes Fernbleiben vom Unterricht
zu (8)
... Anzeige der Schulplichtsverletzung an das Ordnungsamt / Informationsschreiben an die Eltern




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