SCHULPROGRAMM
Giebichenstein-Gymnasium "Thomas Müntzer" Halle

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Am 01.08.2003, dem Beginn des Schuljahres 2003/04, wurde durch die Aufnahme von gemeinsamen 5. und 7. Klassen die vom Stadtrat der Stadt Halle (Saale) in der mittelfristigen Schulentwicklung beschlossene Fusion des

Thomas-Müntzer-Gymnasiums
vereinigt 2001 mit dem Gymnasium am Reileck


und des

Trotha-Gymnasiums „Hanns Eisler“
rechtswirksam.

Damit begann ein Prozess, dessen Ende nicht zu fixieren ist, da die Profilbildung der neuen Schule einen längeren Zeitraum in Anspruch nehmen wird.
Dabei kann die Erarbeitung eines Schulprogramms von Nutzen sein.
Wir haben uns auf den Weg begeben, unsere Schule gemeinsam zu gestalten.

Auf diesem Wege wurde mit der Gesamtkonferenz am 21.06.2004 ein erstes Etappenziel erreicht.
Nahezu ein Jahr analysierten alle Mitwirkungsgremien der Schule die inhaltlichen, organisatorischen sowie materiellen Gegebenheiten an beiden Standorten. Es wurden Ergebnisse ausgetauscht, Wünsche geäußert und mögliche gemeinsame Ziele diskutiert. Nicht immer konnte ein Konsens gefunden werden.

Ein Schulprogramm setzt ein gemeinsames „Leitbild“ von unserer Schule voraus.
Die Formulierung desselben kennzeichnet den Beginn der nächsten Etappe auf dem Weg zu unserem Schulprogramm.

Alle Partner stimmen in folgenden Punkten überein:

Keine der (ursprünglich drei) Schulen hat sich diese Fusion gewünscht.
Die Notwendigkeit, dass der Schulträger unter den gegebenen Rahmenbedingungen keine andere Wahl als die einer Fusion hatte, wird eingesehen.
Einerseits stellt diese Fusion für jeden Partner eine erhebliche Belastung dar, sie bietet aber andererseits die Chance, im Prozess des Zusammenwachsens bisher nicht vorhandene Potenzen für die Schulentwicklung zu
erschließen.
Die Lehrer-, Schüler- und Elternschaft sind davon überzeugt, dass sich im Verlauf des Fusionsprozesses ein Gymnasium entwickeln wird, das mehr als nur die Summe der drei ehemaligen Gymnasien darstellt.
Der Fusionsprozess wird nur dann erfolgreich verlaufen, wenn sich Lehrer-, Schüler- und Elternschaft als gleichberechtigte Partner zu aktiver Mitarbeit zusammenfinden, ohne die professionelle Kompetenz und Verantwortung der Lehrerschaft einzuschränken.
Durch die bewusste inhaltliche Ausgestaltung der Fusion wird im Norden der Stadt langfristig ein auf Dauer gesicherter und aufgrund der Bildungsangebote für alle Schüler der Stadt Halle attraktiver Schulstandort entstehen.
Das Erreichen dieses Ziels setzt voraus, dass die Stadt Halle (Saale) als Schulträger und das Land Sachsen-Anhalt in hoher Eigenverantwortung die dazu unbedingt notwendigen materiellen und personellen Bedingungen sichern.
Der gemeinsame Wille, mit der Fusion den ständig neuen Herausforderungen Rechnung zu tragen, ohne sich bedingungslos dem Zeitgeschmack unterzuordnen, soll auch durch die Namensgebung unseres Gymnasiums unterstrichen werden:

Giebichenstein-Gymnasium
„Thomas Müntzer“
Halle (Saale)

Einerseits signalisiert die Wahl eines neuen Namens allen an der Fusion Beteiligten und der Öffentlichkeit den Beginn einer neuen Etappe in der Schulentwicklung, andererseits aber auch den festen Willen, Bewährtes fortzuführen.

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„Im Rahmen der Qualitätsentwicklung und Qualitätssicherung schulischer Arbeit nimmt das Schulprogramm eine Schlüsselstellung ein. Es hat zentrale Bedeutung für die Verständigung und Zusammenarbeit aller an der Schule Beteiligten und stellt zugleich ein Instrument für langfristige pädagogische Schulentwicklungsarbeit dar. Deshalb werden die Lehrerkollegien aller allgemein bildenden Schulen aufgefordert, gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern sowie Eltern ein Schulprogramm zu erarbeiten, umzusetzen, regelmäßig zu überprüfen und fortzuschreiben.

Die Erstellung eines Schulprogramms setzt die gemeinsame kritische und zugleich konstruktive Bestandsanalyse hinsichtlich der erreichten Ziele bei der Umsetzung des Bildungs- und Erziehungsauftrags an der Schule voraus. Im Zentrum der Analyse stehen der Unterricht, seine Ergebnisse, individuelle Fördermaßnahmen, außerunterrichtliche schulische Aktivitäten und die Zusammenarbeit mit den Eltern. Dabei sind auch die gemeinsamen Erziehungsziele, die innerhalb und außerhalb des Unterrichts ihre Umsetzung finden, umfassend zu berücksichtigen.“

Wir verstehen unter einem „Schulprogramm“ eine Vorstufe zu der durch Erlass geregelten Schulprogrammarbeit. Diese erfordert verlässliche und über einen längeren Zeitraum relativ konstante Rahmenbedingungen, die leider zumindest bis zum Schließung der Außenstelle in Trotha weder materiell noch personell gegeben sind.

Die Beschäftigung mit einem „Schulprogramm“ ist aber durchaus auch auf unserem Weg zu einer „neuen Schule“ hilfreich, wie obiges Zitat belegt.

Beim Studium bereits vorliegender Schulprogramme fiel uns auf, dass die meisten mit der Formulierung von pädagogischen Grundsätzen, eines „Leitbildes“ der Schule beginnen.

In diesem Sinne wurde der Gesamtkonferenz vorerst nur das „Leitbild“ unseres Gymnasiums zur Beschlussfassung vorgelegt.

Ausgehend davon ergeben sich grundsätzliche Orientierungen für die konkrete, täglich von allen zu leistende Arbeit und Möglichkeiten, unser „Schulprogramm“ kontinuierlich fortzuschreiben.

Wir und unsere Schule

Wir sind

augenblicklich ca. 1300 Schüler, deren Eltern und etwa 120 Lehrer an zwei Standorten
in der Friedenstraße 33/34 (Hauptstandort) und einer Außenstelle in der Seebener Straße 79
(bis zum Abschluss der Sanierungsarbeiten in der Friedenstraße -Haus II und III, Neubau einer großen Sporthalle- die im Sommer 2007 beginnen, dann nur noch mit einer Gesamtschülerzahl von etwa 900 Schülern)

durch die Mitwirkungsgremien an allen maßgeblichen Entscheidungen beteiligt:

Klassensprecher im Schülerrat, Schulsprecher, Schülermitverwaltung (SMV)
Vorsitzende der Klassenelternschaften im Schulelternrat, Vorsitzender des Schulelternrates
Lehrerkonferenz
Gesamtkonferenz mit stimmberechtigten Lehrern, Schülern und Eltern

Unsere Schule ist

ein zur Allgemeinen Hochschulreife führendes Gymnasium in kommunaler Trägerschaft mit hervorragenden Unterrichtsbedingungen im Hauptgebäude, insbesondere für den naturwissenschaftlichen Unterricht. Die umfassende Rekonstruktion der anderen Gebäude ist planerisch abgeschlossen, der Baubeginn soll im Sommer 2007 erfolgen.



Der Unterricht folgt der amtlichen Stundentafel des Landes Sachsen-Anhalt.
Das Fremdsprachenangebot weist folgende Besonderheiten auf:

1. Fremdsprache: Englisch
2. Fremdsprache: Französisch, Russisch, Latein und Spanisch
3. Fremdsprache: eine nicht gewählte 2. Fremdsprache
3. oder 4. Fremdsprache: zusätzlich auch Altgriechisch mit Beginn der Sekundarstufe II

Im Rahmen des Sportunterrichts werden als Besonderheiten auch angeboten:Schwimmen, Rudern und Kompaktkurs Ski (alpin) in der Sekundarstufe II

Die Schule verfügt über zusätzliche außerunterrichtliche Angebote:

erweiterte Kunstausbildung in Kooperation mit der Burg Giebichenstein, Hochschule für Kunst und Design, freischaffenden Künstlern und kulturellen Einrichtungen der Stadt, überwiegend in eigenen Werkstätten- Chöre und Orchester
Theater- und Rezitatorengruppe
vielfältiges sportliches Angebot mit den Schwerpunkten Basketball und Volleyball in Kooperation mit dem Universitätssportverein Halle

Es bestehen Kooperationsverträge

mit der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
mit der Burg Giebichenstein, Hochschule für Kunst und Design

Folgende Praktika werden durchgeführt:

naturwissenschaftliches Praktikum in Klasse 10
Betriebspraktikum (Sekundarstufe I) und
wissenschaftliches Praktikum in Hochschuleinrichtungen der Stadt (Sekundarstufe II)

Wir haben momentan folgende Partnerschulen:

in Oulu (Finnland), Elk (Polen), Athen (Griechenland), Barga (Italien), Moskau (Russland), Ufa (Baschkortostan), Sannois und Fontenay-sous-Bois (beide Frankreich), Bolanden (Rheinland-Pfalz), Duisburg (Nordrhein-Westfalen) und Karlsruhe (Baden-Württemberg)

Schule zum Wohlfühlen

Schule als Lebensraum für alle Beteiligten in gemeinsamer Anstrengung gestalten
Zentrale Stellung des Lernenden und die Professionalität der Lehrenden
Achtung und Stärkung der Persönlichkeit jedes Einzelnen
Rücksicht, Toleranz, Hilfsbereitschaft und die Einhaltung vereinbarter Regeln
Vertrauensvolles und partnerschaftliches Miteinander, gegenseitiger Respekt
Übertragung und Übernahme von Verantwortung
Gewaltfreiheit gegenüber Personen und Sachen
Die Erwartung, sich für die Schule und für die an dieser Tätigen zu engagieren
Selbstbestimmtes und selbstständiges Handeln im eigenen und gemeinschaftlichen Interesse
Das Recht auf Selbsterfahrung und das Recht, Fehler zu begehen
Die Pflicht, das eigene Handeln selbstkritisch zu reflektieren, Kritik sachlich aufzunehmen und Veränderungen herbeizuführen
Widersprüche als Normalität aufzufassen, die bei entsprechender Streitkultur die Entwicklung ganz maßgeblich fördern
Ein freundliches, auch selbst gestaltetes Schulgelände

Leistung

Jedem wird Hilfe zuteil, seine persönlichen Höchstleistungen zu erreichen.
Die Ansprüche orientieren sich an dem Ziel, die Absolventen bestmöglich auf eine akademische und berufliche Laufbahn vorzubereiten und die uneingeschränkte Studierfähigkeit der Abiturienten zu gewährleisten.
Wir orientieren uns konsequent an den Rahmenrichtlinien und einheitlichen Prüfungsanforderungen des Landes Sachsen-Anhalt, den nationalen Bildungsstandards, nutzen Ergebnisse von internationalen Studien und bemühen uns stetig um aktuelle Bezüge.
Neben einer breiten Allgemeinbildung hat der Erwerb von Methodenkompetenz und sozialer Kompetenz einen hohen Stellenwert.
Wir erwarten von jedem Leistungsbereitschaft und Arbeitsdisziplin.
Leistungsbereitschaft ist nur von Dauer, wenn sich Erfolg einstellt. Deshalb wird der Erfolg bewusst angestrebt, was aber Misserfolg nicht ausschließt.
Anfängliches Nichtkönnen ist normal und erfordert ein hohes Maß von eigener Anstrengung und Ausdauer.
Höchstleistungen sind heute in der Regel nur im Team zu erzielen. Deshalb erfährt die Schulung der Fähigkeit, im Team zu arbeiten, besondere Aufmerksamkeit.
Höchstleistungen sind nur unter den entsprechenden materiellen und personellen Rahmenbedingungen zu erzielen. Dazu sind der Schulträger und das Land in die Pflicht zu nehmen.
Die Lehrerschaft nutzt alle Möglichkeiten zur Fortbildung.

Freude und Erfolg
bedingt einander

„Lust und Leistung“ stehen nicht in einem unlösbaren Widerspruch.Freude am selbstständigen Erwerb von Kenntnissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten ist für lebenslanges Lernen unabdingbar.
Nicht das Unterrichtsfach steht im Mittelpunkt, sondern die Auseinandersetzung mit den für die Lernenden wichtigen Lebensfragen. Deshalb wird, wo immer möglich, Schule mit dem Leben verbunden.
Die Bewertung von Leistung sollte nicht mutlos machen, sondern vor allem Ansporn geben.
Die fächer- und auch z. T. jahrgangsübergreifende Bearbeitung von Projekten, auch in Projektwochen, fördert die Motivation für die Beschäftigung mit den Unterrichtsinhalten und deren Verständnis.
Erfolg bereitet Freude und ist Motivation, sich neuen Herausforderungen zu stellen.
Erfolg lässt sich nicht ausschließlich an Zensuren oder Notenpunkten messen, nicht alle Erfolge lassen sich einem Unterrichtsfach zuordnen.
Hinter identischen Bewertungen können sich subjektiv völlig unterschiedliche Erfolge verbergen.
Erfolg haben ist Pflicht; er muss von allen Beteiligten angestrebt und organisiert werden.
Es führen verschiedene Wege und diese in der Regel auch in unterschiedlicher Zeit zum Erfolg; jeder muss seinen Weg letztendlich selbstständig und verantwortungsbewusst gehen.
Wir geben Orientierungshilfen, beraten und begleiten auf dem Weg, der zum Ziel führt.
Diese Wege können auch von unterschiedlicher Qualität sein.
Misserfolge sollten Anlass sein, über den beschrittenen Weg nachzudenken und diesen gegebenenfalls zu korrigieren.
Erlebnisreiche, möglichst gut koordinierte Exkursionen, Studienfahrten und Schüleraustauschprogramme besitzen einen hohen Stellenwert.
Neben dem Unterricht bietet eine breite Auswahl an außerunterrichtlichen Angeboten die Möglichkeit, eigenen Interessen nachzugehen, Abstand von den Anstrengungen des Unterrichtstages und Kraft für die kommenden Herausforderungen zu gewinnen.
Eine besondere Bedeutung haben die musisch-künstlerischen und sportlichen Angebote, die Schulfeste und Veranstaltungen, bei denen viele Schüler sich von einer oft unbekannten und im Unterricht kaum sichtbar werdenden Seite in der Öffentlichkeit präsentieren können.